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Stadt München schafft 17 Wohnungen für 40 Mio. €

Stadt München schafft 17 Wohnungen für 40 Mio. €

In der Agnesstraße 48 in München-Schwabing steht das so genannte Literatenhaus – ein Altbau-Mietshaus von 1912 mit aktuell 15 Wohnungen. Es wurde kürzlich verkauft, Käufer und Eigentümer haben sich auf einen Preis von 35 Millionen Euro geeinigt. Dem Vernehmen nach wollte es der Erwerber abreißen und einen Neubau an dieser Stelle hochziehen.

Um das zu verhindern machte die Stadt München von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch und erwarb die Immobilie preisreduziert für knapp 23 Millionen Euro. Da das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand ist, muss es nun für weitere rund 17 Millionen Euro saniert werden. Dann soll es dort 17 Wohnungen geben, die die städtische Wohnungsgesellschaft Gewofag vermieten soll. Soweit war es Ende September den lokalen Medien zu entnehmen.

40 Millionen Euro also für 17 Mietwohnungen. Natürlich sollte die Stadt darum bemüht sein, den historischen Gebäudebestand zu erhalten. Aber löst das wirklich das Hauptproblem: den Wohnungsmangel und die hohen Mieten in München? Sicher nicht.

Wir haben mal eine vereinfachte, aber sicher nicht ganz falsche Rechnung aufgestellt, was man als Stadt München sonst noch mit 40 Millionen Euro machen könnte: z.B. rund 8.000 m² Bauland am Stadtrand erwerben zu 2.000 €/m². Macht 16 Millionen Euro. Drauf könnte man zu heutigen Baukosten von ca. 4.000 €/m² ungefähr 6.000 m² Wohnfläche bauen. Kostet also in Summe auch rund 40 Mio. €. Aus 6.000 m² Wohnfläche könnte man ca. 75 neue und energieeffiziente 3-Zimmer-Wohnungen schaffen und den Münchner Mietern zur Verfügung stellen. 75 Neubau-Wohnungen am Stadtrand statt 17 Altbau-Wohnungen in Schwabing.

Wäre das nicht eher ein Lösungsansatz? Steht hier wieder Symbolpolitik über dem Ziel, Probleme der Bevölkerung zu lösen?

Die viel diskutierte Enteignung von Wohnungskonzernen in Berlin zeigt ja dieselbe absurde Logik. Auch wenn die Berechnungen hier weit auseinander liegen, dürfte es die Stadt Berlin über 10 Milliarden Euro kosten, damit ungefähr 240.000 Wohnungen den Eigentümer wechseln – ohne dass dafür eine einzige neue Wohnung geschaffen wurde. Wie viele Wohnungen könnte man mit dem Budget stattdessen neu bauen? Zigtausende – die dann den suchenden Mietern zusätzlich zur Verfügung stehen und die Mietpreise aufgrund größeren Angebots stabilisieren oder sogar sinken lassen würden.

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